Die Pfadfinderbewegung: Kreativer Pool der freiheitlich-demokratischen Entwicklung oder retrospektiver Ort der Romantik

Prof. Dr. Werner Thole, Universität Kassel

 

Der Beitrag wird eine Annäherung an Thema versuchen, ohne wahrscheinlich empirisch fundiert die Frage der Themenstellung aufzuklären. In einem ersten Zugang wird zu klären versucht, ob feste, bedeutsame Bindungen an Jugendkulturen und Verbänden heute noch von Jugendlichen eine biographische Relevanz zugeschrieben wird. Unabhängig von der Beantwortung dieser Frage wird daran anknüpfend herausgestellt, dass Jugendliche autonom gestalteten, informellen Freizeit-, Kultur- und Freundschaftsnetzwerken wie auch non-formalen Freizeitpraxen ‒ entgegen anderslautenden Botschaften ‒ immer noch eine enorme Bedeutung zukommen lassen. Drittens wird der These nachgegangen, dass die Wege durch die Jugendzeit gegenwärtig auch – wenn nicht sogar vornehmlich – unter Aspekten der »Selbstoptimierung« präsentiert werden. Ob hierüber demokratiefreundliche Weltdeutungen gestärkt oder geschwächt werden, soll in einem weiteren, vierten Schritt diskutiert werden. Ausgehend von dieser Diskussion werden grundlegende Prämissen der pädagogischen Kinder- und Jugendarbeit benannt und abschließend auf die Verbands- und damit auch Pfadfinderarbeit bezogen.

Ob und unter welchen Bedingungen es der Pfadfinderbewegung gelingen kann, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, Lebensbewältigungs- und Lebensgestaltungfähigkeiten zu entwickeln, wird dann auch ebenso Thema der anschließenden Diskussion sein können wie die Frage, ob sich angesichts des vorhandenen Wissens über die Modalitäten und Praktiken der Pfadfinderbewegung die Frage des Beitrages überhaupt beantworten lässt.

 

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