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Vor mehr als 100 Jahren begann die Ge­schichte einer Bewegung, die das Pfadfinden zum Schlüssel einer aktiven Kinder- und Ju­gendarbeit machte und heute weltweit mehr als 38 Millionen Heranwachsende zu ihren Mitgliedern zählt. Seit Sir Robert Baden-Po­well im Jahr 1907 das erste experimentelle Pfadfinderlager durchführte, fanden seine Ideen ihren Weg in mehr als 200 Länder.

Die Pfadfinderbewegung ist heute eine inter­nationale, weltanschaulich und politisch unab­hängige Erziehungsbewegung für Kinder und Jugendliche, die für Menschen aller Nationa­litäten und Glaubensrichtungen offen steht. Sie hat das Ziel, die Persönlichkeitsentwick­lung junger Menschen und ihr gesellschafts­politisches Engagement zu fördern und im Wege des "learning by doing" eine sinn- und wertvolle Alternative zur kommerziellen Frei­zeitgestaltung anzubieten.

Von archivarischem Materialstudien und der Sammlung detailgenauer Erlebnisberichte ab­gesehen steht eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Pfadfindertum, seinen pädagogischen Grundkonzepten und den geschichtlichen Wandlungsprozessen bislang weitgehend aus.

Die Fachtagung „100 Jahre Pfadfinderpäda­gogik“ mit ihrer interdisziplinären Ausrichtung soll dazu beitragen, das historische und erziehungswissenschaftliche Wissen über diese weltumspan­nende Bewegung zu bündeln, Ergebnisse aus der Forschung zu systematisieren und zukünf­tige Forschungsfelder aufzuzeigen. Sie wird Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Pfad­finderpädagogik betrachten und dabei sowohl deren historische Entwicklung vor dem Hinter­grund der Dynamik gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen als auch deren Gestalt zu Beginn des 21. Jahrhunderts beleuchten.

Sie wird herausarbeiten, wie sich die „Pfadfinderpädagogik“ über ein Jahrhundert entwickelte und veränderte, aus welchen unterschiedlichen Ideenwelten und Vorstellungen sich der erzieherische Anspruch und das erzieherische Handeln der Pfadfin­derbewegung seit ihrer Entstehung vor 100 Jahren speiste und wie schließlich zu unter­schiedlichen Zeiten unterschiedliche politi­sche, gesellschaftliche und sozialkulturelle Rahmenbedingungen die pädagogischen Vor­stellungen und das pädagogische Handeln beeinflussten.

Folgende Fragen leiten durch das Programm und werden im Rahmen der Veranstaltung dis­kutiert:

  • Wie prägt sich eine Pädagogik der Pfadfin­der strukturell aus
  • Welche Etappen der Pfadfinderpädagogik sind beobachtbar und woran waren sie kon­zeptuell orientiert?
  • Welchen Einfluss nehmen die jeweiligen ge­sellschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf die Pfadfinderpädagogik?
  • Ist die Pfadfinderpädagogik eine zeitgemäße Bildungsform?


Angesprochen sind Studierende und Lehrende aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachrichtungen, aber auch engagierte und erfahrene Angehörige der Landes- und Bundesleitungen der Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie all diejenigen, die sich für diese Thematik interessieren.

Der Tagung geht es um die deutsche Pfadfinderbewegung und ihre Pädagogik insgesamt, nicht um einzelne Bünde oder Verbände. Auch deshalb wendet sie sich an Interessenten aus der gesamten Breite der heutigen Pfadfinderszene in Deutschland.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. Dezember 2009 um 13:02 Uhr